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leguano-Barfußschuhe - Durch Vietnam auf leisen Sohlen

Meine Freundin und ich entschlossen uns, endlich die Welt zu entdecken, und eine lange Reise durch Südostasien zu starten. leguanos durften bei diesem Abenteuer auf keinen Fall fehlen....

Vor allem Vietnam interessierte uns, die unzähligen Kulturen, Orte wie aus einer anderen Zeit, atemberaubende Natur, die unglaubliche, auch tragische Geschichte und die legendäre Küche lockten uns.

2200 km von Nord nach Süd - und leguano immer dabei

Der Flug nach Hanoi war gebucht, als wir überlegten, was wir alles einpacken sollten. Mit meiner Begeisterung für leguano hatte ich meine Liebste schon einige Monate zuvor angesteckt, und so standen unsere sneaker ebenso selbstverständlich auf der Packliste wie unsere Zahnbürsten. Barfuß in Asien unterwegs zu sein ist problematisch, gibt es doch sehr viel Müll, giftige Tiere und nicht zuletzt eine sehr heiße Sonne. Da erschienen uns die locker-luftigen leguano sneaker als äußerst sinnvoll. Das sollte sich bestätigen. Was wir vorab nicht ahnten, waren die Reaktionen der Menschen auf die Schuhe. Aber dazu später mehr…

Wir starteten in Hanoi, im Norden des circa 2200 km langen Landes, unsere Reise gen Süden. Mit Wunschzielen im Herzen und einem dreimonatigen Visum im Pass ging es los.

Der Norden

Hanoi ist die Hauptstadt des Landes, eine kunterbunte und chaotische Welt. Wir entdecken gerne zu Fuß, und nach ein paar Anläufen lernten wir, wie man zwischen all den Tuktuks, Mopeds, Karren, Minivans und fahrenden Straßenküchen die Straße überquert: einfach loslaufen, Tempo beibehalten und immer kucken. Der Verkehr in Asien mag einem Europäer wie ein undurchschaubares Chaos erscheinen, die Regeln eher als Richtlinien, an die sich keiner hält. Trotzdem passieren Unfälle seltener als man vermutet. Das Geheimnis ist, dass alle auf alle achten. Da wird nicht auf die Vorfahrt beharrt, sondern das Tempo gedrosselt und geschaut, wie man nun am Besten in die jeweilige Richtung kommt. Eigentlich ein sehr viel rücksichtsvollerer Umgang, als man das in Deutschland gewohnt ist. Auch fluchen sieht man selten jemanden. Wozu auch aufregen?

Und mitten im Getümmel und Gehupe laufen die zwei Touristen…. in Socken? Nicht doch, da sind noch Sohlen unten dran. Sehr oft schauten uns die Menschen hinterher. Die Jahre, in denen man Leute trifft, die noch nie eine westliche Person gesehen haben, sind sicherlich vorbei. Diese Schuhe jedoch sorgten immer wieder für Verwunderung. Wäre da nicht die Sprachbarriere, wir hätten täglich Werbung gemacht. Einen halben Tag – es war etwas bewölkt und regnerisch – lief ich ohne Schuhe. Nach zwei Minuten waren meine Füße pechschwarz vom Smog, Staub und Dreck der Straße. Mit den leguanos blieben die Füße geschützt, und wir entdeckten die Tempel, Museen, Viertel und natürlich die Cafés per pedes.

Doch so quirlig und spaßig die Stadt auch sein mag: nach ein paar Tagen möchte man dem Smog entkommen. So fuhren wir nach Cat Ba, die größte und bewohnte Insel der berühmten Halong Bucht. Riesige Karstfelsen, die aus dem Meer ragen, und der Legende nach von drei Drachen zum Schutz der Vietnamesen ins Meer gespien wurden. Die Hälfte der Insel ist ein Nationalpark, flacher Dschungel und Hügel, soweit das Auge reicht. Die steilen und rutschigen Hänge zu erklimmen war eine willkommene Abwechslung zur engen Großstadt. Lianen, unzählige Schmetterlinge, nie gehörte Vogelgesänge und eine atemberaubende Weitsicht von der Spitze der Berge sorgten für ein warmes Gefühl der Freiheit. Die Schuhe machten das übrigens super mit. Fantastischer Grip.

Auf ein kleines „motorbike“ passen bekanntlich eine fünfköpfige Familie mit Hund oder ein Kühlschrank. Auch mehrere Schweine haben wir schon auf dem Gepäckträger entdeckt, sowie ein Mechaniker, der ein anderes Bike auf seinem transportierte. Nun fahre ich auch ganz gerne, komme mit dem lokalen Fahrstil wunderbar zurecht, doch geht das mit Barfußschuhen? Kickstarter, Schaltung, Bike festhalten, wenn es eng wird? Ich hab’s einfach ausprobiert, und ja, das geht supergut.

Dann sind wir mit dem Bus nach Ninh Binh gefahren. Die Gegend dort nennt sich auch trockene Halongbucht, also Karstfelsen ohne Meer dazwischen, dafür schier endlose Reisfelder, Flüsse und wunderbare Natur. In der Gegend gibt es viele schöne Aussichtspunkte und Pagoden auf den Felsen. Wo auch immer man in Vietnam ist, Hochzeiten und Hochzeitsfotos sind omnipräsent. Auch hier auf einem 800-Stufen-Aussichtspunkt. Wenn du da oben ankommst bist du mehr als erledigt. Aber die Bräute machen das in High-Heels und Brautkleid, um dann auf einem gefährlichen Felsvorsprung auch noch gut auszusehen. Man munkelt so manche Vietnamesin trägt sogar ihre Lockenwickler mit auf die Spitze. Wir waren mit unseren Schuhen aber auch echte Hinkucker, und wurden auf sie angesprochen.

Mit dem Fahrrad, Motorrad und zu Fuß erkundeten wir die dortige Umgebung, entdeckten Lotusteiche, Höhlen und die hiesige Spezialität: Bergziege. Wir waren nach einer spontanen Runde Karaoke bei einer Familie zuhause plötzlich Anlass für einen Großfamilienausflug, per Boot fuhren wir zu heißen Quellen unter einem buddhistischen Tempel. Versteckt in einem kleinen, abgeschotteten Tal fanden wir einen neu angelegten See. Und natürlich Hochzeitspaare. Bei einem Spaziergang begegnet man so vielen, meist freien Tieren, Kühen, Schweinen, Wasserbüffeln, Ziegen, Hunden (auch mal ohne Fell an einem Essensstand am Straßenrand) und sooooo vielen Fröschen in den feuchten Feldern. Auch hört man ab und zu Affen von den Felsen brüllen. Herrlich.

Nach einer Bootsfahrt durch Reisfelder und Höhlen haben wir ein paar fantastische Mitreißende kennengelernt. Wir fünf wollten am nächsten Tag möglichst früh und daher in aller Einsamkeit eine größere Bootstour u.a. durch die Filmkulisse von "King Kong 1" genießen. Die Rechnung hatten wir ohne die Aufstehgewohnheiten von Binnentouristen und dem Wochentag gemacht. Sonntag. Von uns gibt es jetzt vermutlich mehr Fotos als von King Kongs Handabdruck. Natürlich wurden auch die Schuhe fotografiert und bewundert.

Mit dem Bus ging es nach Phong Nha, fantastische Höhlen, Natur und den Dschungel erkunden. Wir hatten uns in ein Dorf verirrt, und mit den Einwohnern Volleyball gespielt. Das ist gewissermaßen Volkssport. Acht Kilometer durch den jungen Dschungel zu klettern war ein besonderes Erlebnis. Trotz der hohen Luftfeuchtigkeit, die Füße blieben trocken.

Die schwer umkämpfte Mitte

Next stop: Dong Hoi. Es gibt dort zwei Guesthouses, und wirklich jeder freut sich einen Fremden hier zu sehen. Ein herziges "Hellooo" hört man andauernd. Die Strände dort sind wahrlich wunderschön, teils unberührt, und es bleibt zu hoffen, dass Großinvestoren die Gegend nicht für sich entdecken werden. Für unseren Strandentdeckungstag ergab sich leider ein kleines Problem: viel zu heißer Sand und angeschwemmte Quallen. Aber mit leguanos ans Salzwasser? Das könnte das Todesurteil sein. Nun, wir brauchten sie nun mal zum Schutz, und versuchten, nicht mit Salzwasser in Berührung zu kommen. Im Gegensatz zu meinem Gürtel überlebten sie den Ausflug allerdings anstandslos.

In Dong Ha tauchten wir in die jüngste Geschichte ein. Vietnam und Deutschland haben tatsächlich viele Gemeinsamkeiten, vermeintlichen Kommunismus und Handelsbeziehungen, und auch eine gespaltene Vergangenheit, die sich in einer Wiedervereinigung auflöste. Mit dem besten Guide waren wir in Tunneln, in denen sich der sogenannte Vietcong relativ erfolgreich vor US- Luftangriffen versteckte.
In diesen Tunneln waren zwischenzeitlich tausende von Menschen untergebracht. Auf drei Etagen bis zu 30 m in der Tiefe gab es Operationssäle, Gemeinschaftsräume, Küchen, badewannengroße Familienzimmer, Schulen und natürlich auch Waffen- und Munitionslager. Geschichte zum Anfassen, sichtbar in Form von Agent-Orange-verseuchten Wäldern und unzähligen Bomben und Munitionshülsen. Aber auch unsichtbar, Napalm, Agent Orange und mehr Bomben als in beiden Weltkriegen zusammen prasselten hier im Krieg auf das Land ein. Tausende von Minen und Bomben liegen auch heute noch versteckt im ganzen Land, vor allem in Zentralvietnam, noch immer leiden die Menschen unter Explosionen. Deutsche und US-Organisationen kümmern sich um Aufklärung und Räumung, auch in Laos und Kambodscha. Es ist schon erstaunlich, dass man die USA hier sehr positiv betrachtet. Wir haben von betroffenen Menschen gelernt, dass man Einiges verzeihen kann…

Die Stadt der Künste war unser nächstes Ziel: Hue. Alles ist etwas sauberer, und versprüht Geschichte. Die alten Königszitadellen, die Parks am Fluss. Ich habe ein Ei samt Küken gegessen, eine hiesige Spezialität. Sehr lecker! Einer der tollsten Orte dort war eine Seidenweberei. Unfassbar schönes Kunsthandwerk, die farbenfrohen Stickereien machen echt sprachlos.

Von Hue nach Da Nang, drittgrößte Stadt mit 1,1 Millionen Einwohnern, passiert man den berühmten Hai-Van-Pass, wir mit der Bahn, dem „Wiedervereinigungsexpress“. Unfassbar schöner Ausblick. Sind wir gerade nochmal mit Motorrad gefahren. Die Stadt ist stolz auf ihre originellen Brücken, zum Beispiel die Dragon Bridge, ein riesiger, befahrbarer Drache, der am Wochenende abends Feuer und Wasser speit. Wir waren in einem faszinierenden Museum zu der Chamdynastie, eine alte Großkultur, die ähnlich faszinierende Tempel wie die Angkorzeit hervorbrachte. Etwas jünger, vermutlich 800 Jahre alt, ist ein Banyanbaum dort, auf den wir wie die Affen kletterten, die dort leben.

Wir zogen weiter nach Nha Trang, in der Nähe liegt ein Ort namens Cam Duc, in dem wir eine Woche Englisch unterrichtet haben. Nette, stressige, aber dankbare Erfahrung. Wir haben Zwerge, Teens und auch Erwachsene unterrichtet. Auch in Nha Trang an einer weiteren Schule dieses Teams noch zwei Tage. Sehr spaßige Angelegenheit. Anschließend verbrachten wir noch ein paar Tage dort, probierten super leckeres Essen und erklommen einen wundervollen Wasserfall.

Weg von der Küste, ab in die Berge

Plötzlich kühle Temperaturen, Wein, Erdbeeren und sehr viel Regen. Heimatgefühle. Dieser Luftkurort wurde von einem fantastischen Menschen namens Yersin "besiedelt", bis zu seiner Zeit lebten hier ausschließlich sogenannte Minderheiten wie die Mnong, Ede oder Lak. Letztere gaben der heutigen Stadt ihren Namen: Da Lat. Monsieur Yersin selbst ist übrigens der Entdecker des Pestvirus, die Vietnamesen feiern ihn aber vor allem für seine meteorologischen Kenntnisse und seine Fähigkeit, Taifune und Monsunstürme voraus zu sagen. Bei einer Wanderung in heftigem Dauerregen kamen die sneakers dann doch an ihre Grenzen. Ich hatte mir allerdings die wasserdichten Socken zugelegt, und die Kombination rockt! Meine Füße blieben trocken, die meiner Liebsten leider nicht. Sie trocknen hier über Nacht allerdings sehr gut.

Mittlerweile ist der Ort eine Großstadt und das Ausflugsziel für Einheimische. Es gibt so viel zu sehen, Sehen, Farmen, ein paar Wälder, Blumen... und natürlich unfassbare Ausblicke auf die Bergewelt. Wir waren unter anderem im Crazy House, ein Projekt einer Architektin, die uns an Salvador Dali erinnerte. Etwas durchgeknallt, sehr verspielt und ein lustiger Ort, um sich in den Gebäuden zu verlaufen. Außerdem kommt der meiste Kaffee Vietnams, ein fantastischer Kaffee nebenbei bemerkt, von hier. Was die Franzosen einst „zwangsimportierten“, haben die klimatischen Bedingungen und die etwas anderen Verarbeitungsideen der Viet zu einem etwas anderen Kaffee weiterentwickelt.

Nahe der Grenze zu Kambodscha liegt die Stadt Buon Ma Thuot in einer Region, in der ebenfalls viele Minderheiten und Elefanten wohnen. Die Landschaften sind unfassbar schön, abwechslungsreich und weitläufig. Den Lak-See, besondere Häuser auf Stelzen und den allerschönsten Wasserfall haben wir hier entdeckt! Wir waren bei einer Familie, die in einem Örtchen außerhalb wohnt, und hatten sehr viel Spaß und Eindrücke. Die Gegend ist sehr, sehr arm. Die Straßen kaum asphaltiert, viele Menschen, die sich eben kein „motorbike“ leisten können, Ochsen statt Landwirtschaftsmaschinen. Außerdem ein Kaffeemuseum, das wegen dem Gebäude, aber auch wegen der Geschichte sehr interessant ist: Ein Hamburger Kaffee-Fan gründete ein Museum, lief aber nicht gut, also zog er das komplette Museum einfach um, und zwar dahin, wo der vermutlich unterschätzteste Kaffee der Welt wächst: Vietnams Hochebene.

Der Süden

Auf dem Weg nach Saigon liegt der vermutlich letzte, wirkliche Regenwald des Landes, der Cat Tien National Park. Da die US-Kommandeure dort keine Kämpfer vermuteten wurde nicht gebombt. Alte Bäume bewachen diesen mystischen Wald, jeder einzelne ist ein Individuum. Ihre Wurzeln sind das Fundament für den Lebensraum, in dem so viele Tiere wohnen. Riesige Spinnen, Großfamilien von Schmetterlingen, Siam-Krokodile, teils endemische Huftiere, Loris, Gibbonaffen und eine kaum begreifliche Artenvielfalt an Vögeln kann man hier entdecken. Was man nicht entdecken kann, dort aber lebt, sind Großkatzen und Elefanten. Die bewohnen den ausgezeichnet geschützten Teil des Regenwaldes an der Grenze zu Kambodscha, und das ist gut so. Die Tiere leben auch in Kambodscha. Was interessiert ein Tier schließlich eine menschengemachte Ländergrenze…

Schließlich kamen wir in Ho-Chi-Minh-City an. Mit etwas Wetterglück, denn eigentlich ist die Stadt superstickig und heiß. Aber die Regenzeit hielt langsam Einzug. Mit jedem Jahr ist sie unzuverlässiger – die globale Erwärmung lässt grüßen. Doch uns kam das gerade recht. Viel Kunst, viel Großstadt. Teurer, moderner und hipper als der Rest des Landes. Wir waren im 52. Stock eines Turms, deutsche Preise für ein Getränk kostet der beeindruckende Ausblick dann doch, lohnt sich aber auf jeden Fall!

Die letzten Tage verbrachten wir im Delta des gigantischen Mekong, dessen unzählige Wasserläufe sich hier verlieren. Man kommt mit dem Boot vermutlich zuverlässiger und schneller von A nach B. Wir haben wir eine Tour zu den schwimmenden Märkten in Can Tho erlebt, eine Kakaofarm und eine kleine "Nudelfabrik" besucht und sind durch einen der nicht enden wollenden Kanäle getuckert. Und die kulinarische Entdeckung des Tages ist ein "Co-Coa“-Liqör: nicht die Schokobohne, sondern das Fruchtfleisch der Knolle wird fermentiert. Irre lecker!

Am südlichsten Punkt des vietnamesischen Festlandes, bei Ha Tien, überquerten wir nach rund 90 Tagen die Grenze nach Kambodscha. 2036 km hatten wir hinter uns. Unsere sneaker sind erstaunlicherweise nach fast täglichem und sehr intensivem Gebrauch nach wie vor am Start. Dornen, Berge, Klippen, Strände, Hitze und Wasser haben sie überstanden. Sie werden uns wohl noch einige Zeit auf unseren nächsten Abenteuern begleiten. In Kambodscha.

Von dort grüßen herzlich


Kri und Chri