Call Us +987 123 654
Mein Warenkorb0,00 €

Product was successfully added to your shopping cart.

Mit leguano classic auf Entdeckungsreise durch Israel

Mit leguano classic auf Entdeckungsreise durch Israel. Ein riesen Abenteuer und unendlich viele tolle Begegnungen.

Mit leguano Barfußschuhen unterwegs gewesen zu sein, erfüllt mich mit Dankbarkeit

Als wir Ende Mai aus Spanien zurückkehrten, war uns eigentlich schon klar, dass wir noch im selben Jahr eine weitere Wanderung auf Jakobswegart unternehmen wollen. „Nur wohin?“ fragten wir uns. Für mich wäre es ein Träumchen, in einem Land zu wandern, wo ich gern bin und das ich schätze. Dann erinnerte ich mich an Bruno, ein pensionierter Pariser, der mir während der ersten Tage in Spanien begegnete und von einem Wanderweg in Israel erzählte. Damals war er sich unsicher, ob er ihn wandern sollte, er hätte aber so großartiges darüber gehört. Lustigerweise traf ich ihn kurz vor meiner Abreise aus Spanien wieder und da erzählte er mir, dass er zwischenzeitlich den Entschluss gefasst hatte, im Herbst den israelischen Wanderweg zu gehen.

Diese Erinnerung war Anlass für meine Google Schlagwortsuche „Jakobsweg, Israel“. Schon die ersten drei Links sorgten für ausreichend Beschäftigung und Grundwissen über den Israel National Trail (INT) und volle Euphorie. Meinen Freund Manu davon zu überzeugen war ein Leichtes. Ein wenig Organisationsarbeit und ein paar Monate später waren 5 Wochen Zeit frei geschaufelt und los ging‘s. Na gut, ein positiver Schwangerschaftstest im Spätsommer hat uns nochmal kurz inne halten lassen und die Ausrüstung musste etwas angepasst werden, aber Bewegung und eine Wanderung an frischer Luft hat noch keiner Schwangeren geschadet. Also nochmal, los ging‘s.

leguano Barfußschuhe Wandern

2 Paar leguanos ins Wandergepäck und ab auf Israels INT

Vom Gefrierpunkt in Deutschland Anfang Dezember hin zu 15°C in Israels Norden in Kinneret am See Genezareth und Regengüssen in weniger als 24 Stunden. Für die erste Nacht schlugen wir unser Zelt unweit des Jordan River auf.

Der Plan: ca. 20km am Tag hätten uns bis zum Abreisedatum nach Mizpe Ramon in der Wüste gebracht.
Der Fehler: der INT hat so gar nichts gemein mit dem Jakobsweg bzw. spanischen Küstenweg, den ich in der Planung als Orientierung nutzte.

Mit 10km weniger Strecke am Tag als in Spanien dachte ich als Schwangere gut beraten zu sein. Während die Strecke wohl nicht das Problem geworden wäre, so waren es andere große Unterschiede. Der Elementarste davon ist, dass der INT tatsächlich zur Erkundung des Landes fernab der Zivilisation dient. Der Asphaltanteil auf der Strecke ist wirklich minimal. Dafür geht es vorwiegend durchs Unterholz, Gebüsch, über Berge, durch Flüsse und über Wiesen. Eine Ortschaft mit einem Café, das sich über die wandernde Kundschaft freut – Fehlanzeige. Der Weg ist primär für die Einheimischen ausgelegt, die die Natur ihres Landes erkunden wollen. Und Natur gibt es allerhand. Auch langweilig wird einem dabei nicht, denn die unterschiedlichen Klimazonen der Steppe, des Mittelmeers und der Wüste sowie das Winterwetter halten viel Abwechslung für die Wanderer bereit.

Der INT fordert auch unterwegs Planung, denn tagelange Abgeschiedenheit erfordert das Mitführen von Vorräten zur Lieferung der Energie für die Überraschungen und Herausforderungen eines jeden Tages. Und diese Vorräte muss man sich abseits des Weges besorgen, was Extrakilometer auf das Tageskonto lädt.

Die Wanderer des INT streben auch nicht danach, am Ende ihres Weges eine überfüllte Kirche zu besuchen und ein Zertifikat über die geleistete Strecke zu erhalten. Hier geht es einzig um die Verbundenheit zwischen Land und Leuten. Und jeder Israeli verbindet etwas ganz persönliches mit dem Trail. Einige, das sind aber doch die wenigsten, laufen die Strecke, die sowohl in Nord-Süd-, als auch Süd-Nord-Ausrichtung gegangen wird im Ganzen. Andere laufen kleinere Abschnitte in Wochen- oder Tagestouren. Insgesamt sind die Israelis lauffreudige Menschen und das Wandern ist ein Volkssport. Aber so genau mit der Strecke und den Kilometern wie wir Deutschen nimmt es dort niemand. Da werden lange Etappen oder hässliche Wege (am Straßenrand) auch mal übersprungen – und auch das ist ganz normal. Die Bewunderung von Mitmenschen über die Meisterung des Weges wird am Ende trotzdem jedem zuteil, 100km hin oder her. Immerhin geht es hier um mehr als die Wanderung der bloßen Strecke.

Und schließlich noch eine Besonderheit des INT: die Trail Angels. Hier begegnet man Menschen, oft selbst (ehemalige) Wanderer, die den Wanderern unterwegs Obdach gewähren. Im verregneten Winter sind uns unterwegs wirklich wahre Engel begegnet. Und eine Dusche oder einen heißen Kaffee für die Seele bekamen wir oft auch – aber was vor allem zählt sind Begegnungen mit einzigartigen Menschen, die unsere Reise auf ganz besondere Art und Weise bereichert haben. Denn nichts bleibt so sehr in Erinnerung wie die Menschen.

leguanos Rolle auf der langen Wanderung

Nun zum Wichtigen: leguanos Rolle auf der langen Wanderung. Zwei Paar hatte ich dabei. Die habe ich auch gebraucht. Denn die Reise hat deutliche Spuren hinterlassen. So waren nach diesen 5 Wochen beide Paar sehr geschunden mit Löchern und durchlaufener Sohle. Während sie nach 900km in Spanien noch ganz gut aussahen, haben sie den Untergrund in Israel und 5 Wochen tägliche Strapazen nicht so gut weggesteckt. Löcher im Stoff, abgewetzte Sohlen und ausgerissene Noppen sind das Resultat.
Für meine geübte Muskulatur war der Trip dennoch auch eine Herausforderung. So galt es alle paar Tage eine Zwangspause einzulegen. Dabei haben wir am Tag gar nicht sonderlich viel Strecke absolviert: 9 bis 13km waren unser Durchschnitt, an drei vereinzelten Tagen haben wir es auch mal auf 18 bis 23km geschafft. Die Schwangerschaft hat hierbei natürlich auch ihren Einfluss genommen, denn riskante Wegmanöver oder ungeplante tagelange Fastenphasen galt es im Sinne der v.a. Kindesgesundheit zu vermeiden.

Da haben die Kletterpassagen ohne Sicherung völlig ungeplant und praktisch ungewollt zu ersten Erfahrungen im Bouldern geführt. Während leguanos hierfür sicher ein überaus geeignetes Schuhwerk darstellen, wird Bouldern keine Sportart, der ich eines Tages nachgehen werde.

Die leguanos haben mich letztlich noch jeden An- und Abstieg bewältigen lassen, egal ob nass, trocken oder sandig

Auch möchte ich an dieser Stelle erwähnen, dass das Noppenprofil von guten 5mm den Schuh durchaus allwettertauglich macht: kleinere Pfützen tun dem Schuh nichts und die Füße bleiben weitaus länger trocken als beispielsweise bei Zehenschuhen. In Kombination mit wasserfesten Socken kann man mit leguano tatsächlich trockenen Fußes in Gewässern gehen. Summa summarum kann ich also sagen, dass sich leguano zum Wandern super eignen. Die Dienste dieses Schuhs gehören daher für mich lautstark gewürdigt. Warm halten sie die Füße bei Wind und Wetter; schützen sie vor fiesem Untergrund und werfen sich kämpferisch zwischen Fuß und Dornen wie Kletten. Ich bin dankbar, mit leguano auf Reisen gewesen zu sein: durch Matsch und Pfützen und über weite Wiesen haben sie mich getragen. Berge bin ich aufgestiegen und durch Felsspalten geklettert. In und über Flussbetten, die nicht immer leer waren, bin ich gestiefelt. Der Nässe der Berge und Wälder und der Wüste Trockenheit getrotzt haben sie.

Was soll ich sagen? Die Füße waren sehr gut aufgehoben. Auch wenn ihnen unvermeidbar am Ende die Anstrengung deutlich anzusehen war. Eine kleine Einschränkung sehe ich für mich persönlich, denn wochenlang unterwegs gehört für mich sicherheitshalber ein Paar Schuhe mit dickerer Sohle eingepackt, denn Schuhwerk zu wechseln schont Material und dient der Anpassung an die Gegebenheiten des Weges. Außerdem ist es eine gute Abwechslung für den Fuß ganz grundsätzlich und dient dessen Entspannung unterwegs, quasi „to go“.

Wir haben unterwegs unsere Planung über den Haufen geworfen, denn es sollte ja ein Urlaub mit tollen Erlebnissen und neuen Erfahrungen sein und kein Kampf um jeden Kilometer. Daher sind wir dann einige Tage in Tel Aviv und Jerusalem verweilt und haben das neue Jahr bei 20°C am und im Toten Meer begrüßt.

Wir sind von dort zurück zum INT getrampt um die letzten 100km+ in der Wüste bis nach Eilat zu gehen, eine Ortschaft, die uns von einer deutschen Familie wärmstens empfohlen wurde und somit in die neue Planung untergebracht wurde. Die Wüste hat uns nochmal ihren ganz eigenen Charakter aus Schönheit und Strapazen zuteilwerden lassen. Stellvertretend hierfür steht für mich der Timna Park, der einen besonderen Charme versprüht und seinen Besuchern viel bietet.
In Eilat angekommen, haben wir uns dort noch von der Schönheit des Roten Meeres verwöhnen und die Seele baumeln lassen, bevor es per Anhalter zum Flughafen nach Tel Aviv ging. In Summe haben wir in Begleitung der leguanos Israel in voller Nord-Süd- und Ost-West-Ausdehnung kennen gelernt und freuen uns schon auf das nächste Abenteuer, dann zu dritt.

Bis bald, Eure

Bea und Manuel

Bildnachweise: © Manuel Janker