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Mit Barfußschuhen auf dem Jakobsweg

800 Kilometer von Frankreich durch Spanien hindurch bis nach Santiago de Compostela. Längst ist der Jakobsweg kein Geheimtipp mehr.  Auch wir gehen ihn in diesem Jahr nach 2006, 2010 und 2014 zum vierten Mal.

Ja, dieser Weg hat uns komplett gefesselt. Was genau das mit leguano zu tun hat? Ganz einfach: Mit jedem Weg lernt man auch in Sachen Equipment hinzu. Sind wir zum Beispiel beim ersten Mal noch mit unseren Bergwanderstiefeln und dicken Wandersocken losgelaufen, gingen wir die Male danach mit immer leichterem Schuhwerk. Im Landesinneren Spaniens ist es für robuste Schuhe einfach viel zu warm – zumindest wenn man wie wir im Mai / Juni unterwegs ist.

Und Wärme = Schwitzen = Blasen

Wenn man etwas auf dem Jakobsweg nicht braucht, dann sind es Blasen.

Leichtes Schuhwerk = Barfußschuhe

So kam es in diesem Jahr auch zu der Idee, mal etwas gänzlich Neues auszuprobieren und den Füßen eine weitere Wohltat für ihre tagtäglich auszuhaltende Belastung zu gönnen: Barfußschuhe. Also wurde in den Monaten vor dem Camino, wie der Jakobsweg in Spanien genannt wird, viel ausprobiert und viele verschiedene Barfußschuhe getestet.

Entschieden haben wir uns dann für Schuhe von leguano. Zunächst hauptsächlich aus Nachhaltigskeitsgründen. Denn Schuhe, welche nicht in Südostasien hergestellt werden, gibt es kaum noch. Dass es sich bei Leguano um eine deutsche Firma handelt, die ihre Schuhe auch noch in Deutschland produziert, hat uns überzeugt. Wir entschieden uns daher letztendlich für das „leguano aktiv“-Modell.

Von vornherein war uns allerdings klar: Barfußschuhtragen muss gelernt werden. Insbesondere dann, wenn man täglich 20 bis 35 Kilometer mit ca. 8 bis 10 Kilo Gepäck auf dem Rücken über Stock und Stein gehen möchte. Schnell haben wir gemerkt, dass drei Monate Vorlauf für eine Umgewöhnung der Sehnen und Muskeln nicht reichen werden, um eine solche Strecke nur mit Barfußschuhen zu absolvieren. Sie durften trotzdem mit in den Rucksack. Eine Entscheidung, die sicherlich nicht gefallen wäre, wenn der Aktiv nicht nur 200 Gramm pro Schuh gewogen hätte. Es kommt schließlich auf jedes Gramm an. So wurde also ein Shirt weniger eingepackt und Ende Mai ging es dann los.

leguanos sind eine abolute Wohltat für die Füße

Die ersten Etappen des Jakobsweges führen zunächst über die Pyrenäen und dann durch das wunderschöne Navarra hindurch. Die ersten Tage war das Wetter relativ unbeständig, oft feucht und nasskalt. Unsere leichten Trekkinghalbschuhe machten einen hervorragenden Job – das faszinierende Barfußerlebnis gab es dann jedoch bei jeder Ankunft:

Der Wechsel nach 30 Kilometern aus dem normalen Schuh rein in die leguanos - eine absolute Wohltat für die geschundenen Füße.

Jede im normalen Schuh vorhandene Druckstelle war von einem auf den anderen Moment verschwunden. Die Nasskälte? Kein Problem. In den leguano aktiv fühlt sich der Fuß sofort rundum mollig warm. Es mag albern klingen, aber ja: Die Füße fühlen sich einfach gut aufgehoben an. Dieses Wohlgefühl war ausschlaggebend, dass wir nach Erreichen des Etappenziels immer sofort auf die leguanos gewechselt haben. Die „aktiv“ dienten also nicht nur wie zunächst gedacht als „Hausschuhe“ in den Herbergen, sondern haben alle geschichtsträchtigen Orte am Camino (Roncesvalles, Estella, Leon, Astorga, Santiago) gemeinsam mit uns erkundschaftet.

Der Härtetest

Nachdem ich mit meinen normalen Trekkingschuh ziemliche Probleme bekam, da dieser sich schlichtweg an der Innenseite auflöste, wagte ich den Versuch, und habe in einer Pause von den normalen auf die Barfußschuhe gewechselt. Dafür habe ich mir „schlauerweise“ die berüchtigste, weil steinigste Bergabstrecke ausgesucht.

Also gleich der Härtetest, sowohl für die leguanos als auch für mich. 5 Kilometer bergab über kleines spitzes Geröll. Es ging (sich) super! Ja, man hat jeden Stein unter seinem Fuß gespürt, aber nicht unangenehm. Im Gegenteil, ich fühlte mich in der Tat sehr viel sicherer in meinem Gang, weil ich das Gefühl hatte, meine Schritte besser kontrollieren zu können. Man geht sehr viel vorsichtiger, sehr viel achtsamer aber auch sehr viel entspannter.

Jetzt mussten nur noch meine Waden mitspielen, die unter 8 Kilo Rucksackgewicht jetzt natürlich eine komplette andere Muskelbelastung verarbeiten mussten. Und tatsächlich: Unten am Berghang angekommen, machte meine rechte Wade dicht und verkrampfte, weshalb wir die Etappe abbrechen mussten, um die Wade nicht überzustrapazieren. Wir hatten zu diesem Zeitpunkt schließlich noch insgesamt etwa 650 Kilometer vor uns.

Hier bestätigte sich also unsere Vorabvermutung: Ohne ausreichende Übung bzw. Umgewöhnung ist es nicht ratsam, von jetzt auf gleich eine solche Strecke mit Barfußschuhen zu absolvieren. Wer die Übung allerdings hat und es gewohnt ist, in Barfußschuhen zu laufen, dem kann ich es uneingeschränkt bestätigen, dass die leguanos auch über Stock und Stein und unter Rucksackgewicht eine Wohltat für die Füße sind.

  

Ziel für den nächsten Camino ist es auf jeden Fall, ihn nur mit Barfußschuhen zu gehen

Wenn wir in unserem bisherigen Rhythmus bleiben, habe ich dafür ja jetzt knappe vier Jahre Vorbereitungszeit, das sollte reichen... Bis dahin werden wir uns auf jeden Fall durch die verschiedenen leguano Modelle testen und Alternativen zum aktiv ausprobieren. Denn wenn es einen Kritikpunkt an diesem Modell gibt, dann den, der am Anfang des Jakobsweges bei der Nasskälte noch ein großer Pluspunkt war: Er ist für das warme spanische Inland zum Laufen zu warm.

Beim nächsten Mal müssen also zwei paar Barfußschuhe mit: Der aktiv für das wohlig warme Fußgefühl und ein anderes luftigeres Modell, was aber auch den Ansprüchen des Wegen gerecht werden muss. Wir begeben uns schon mal auf die Suche, in der Hoffnung, dass der nächste Camino ganz schnell wieder aufs Neue starten kann.

Heike und Daniel auf dem Camino

Ausführliche Etappenberichte und Fotos gibt es unter www.facebook.de/enelcaminodesantiago

Die Nordroute an der Küste entlang ist Renke gelaufen: Mit leguano Barfußschuhen 600 km auf dem spanischen Küstenweg