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Mit leguanos zum Hamburger Marathon

Nach 20 Jahren Laufen wurde meine Laufkarriere zunehmend zu einer Leidenskarriere (Hamstrings- und Schollenmuskelschmerzen nach 10 Km). Bei der letzten Kriwat-Laufbandanalyse hiess es dann aber plötzlich: Barfuß laufen Sie besser als mit Schuhen und Einlagen!

 

Ein Erfahrungsbericht

Also habe ich Neutralschuhe gekauft und habe ab und zu ein paar Km barfüßig eingeschoben. Als es kälter wurde habe ich es mit Neopren-Surfschuhen versucht, aber die gaben mehr Halt als erwünscht und einfach ist es auch nicht da rein und raus zu kommen.

Als ich dann letztes Jahr die Startunterlagen für den HH-Marathon abholte, stolperte ich in die Leguanos und weil ich gerad zu viel Geld dabei hatte habe ich den Preis von damals noch € 65 berappt. Zum Glück hatte ich einen kleinen Trainingsvorteil, da ich auf der südlichen Halbkugel schon diverse Km am Strand barfüssig gelaufen war, aber bei unseren harten Böden blieben die Anpassungen, besonders der Waden nicht aus.

Schon bein ersten Halbmarathon bin ich in leguanos schneller unterwegs gewesen

Mit vielen Übungen an der Treppenstufe konnte ich den Anpassungsprozess verkürzen und bin schon im Juni den ersten Halbmarathon in einer für mich unerwartet guten Zeit gelaufen. Ich hatte die Investition vor allem getätigt um weniger Schmerzen und endlich wieder mehr Spass am Laufen zu haben. Den Versprechungen "Sie werden schneller und ausdauernder werden" habe ich prinzipiell misstraut. 'Haupthobbymässig' bin ich ja Triathlet, aber jetzt lief ich die 10 Km im Olympischen Triathlon fast in der Geschwindigkeit wie sonst einen reinen LaufZehner. Und die Zeit in der Wechselzone war auch kürzer. Na ja, man spart die Socken.

Neues Ziel: Der Marathon in Hamburg - in Leguanos

Auch bei Crossläufen ging alles gut und sogar den Adventslauf um den Ratzeburger See habe ich in einer sehr guten Zeit absolviert. Gut, die Waden und Sprunggelenke habe ich noch eine Woche verspürt, aber damit war das Ziel klar: Der Marathon Hamburg in Leguanos.

Wenn der Marathon auf Asphalt gelaufen wird, so muss auch das Training auf Asphalt gelaufen werden, sonst kann man die Dämpfungsmuskulatur und den richtigen 'DämpfungsStil' nicht trainieren. Wenn ich die Km vom Kauf Ende Mai 2011 bis zum Marathon am 29.04. 2012 hoch rechne komme ich auf mindestens 1.500 Km, wenn nicht noch mehr. Dabei ist mein Stil noch längst nicht perfekt, da ich noch zu stark über die Hacke abrolle. Aber die Lauf'Socken',  die laut Aussage des Verkäufers 800 Km halten sollten haben nicht nur mehr als doppelt so lange gehalten (und halten noch), sondern haben auch diverse Waschgänge (40 °C Sportwäsche + Trockner) sehr gut überstanden.

Alle meine alten Laufschuhe stehen seitdem ungenutzt im Schrank. Die Skeptiker sagen immer wieder man solle abwechseln, aber warum? Die Tarahumara mögen vielleicht auch ihre Huaraches wechseln, aber die sehen doch jedes mal gleich aus. Den Winter über habe ich wasserfeste Socken druntergezogen. Etwas was mit minimalistischen Schuhen oder sonstigem natural-running Schnickschnack gar nicht möglich wäre, es sei denn man hat die Schuhe in diversen Grössen. Die Leguanos sind da flexibel und leiern auch nicht aus.

Achja, den HH-Marathon bin ich trotz leichter Erkältung in 3.44:33 gelaufen. 18 Minuten schneller als letztes Jahr in Nike free 5. Das lag sicher nicht nur an der Hitze des letzten Jahres und der guten Vorbereitung in diesem Jahr.

Bin also nicht nur rundum zufrieden, sondern richtig glücklich und bereuen tue ich keinen Euro.

LG Uli